ALLTAGSFRAGE · QUELLENORIENTIERTE LEKTÜRE

Warum trifft es mich so sehr, wenn jemand anderes gewählt wird?

Eine Entscheidung, eine Enttäuschung, mehrere Möglichkeiten. Schauen wir zunächst darauf, was tatsächlich geschehen ist.

Lesezeit: ca. 2 Minuten

Recherche, Zusammenstellung und redaktionelle Arbeit — Veli Türkmen

Inhaltsverzeichnis
  1. Kenne ich die Gründe der Entscheidung?
  2. Was genau verletzt mich?

Dieses kurze Beispiel aus dem Arbeitsleben ist erfunden. Es beschreibt nicht das Erlebnis einer bestimmten Person.

Die Aufgabe, auf die du gehofft hast, geht an jemand anderen. Dein erster Gedanke lautet: „Offenbar halten sie mich für wertlos.“ Vielleicht bist du enttäuscht, wütend oder fühlst dich ausgeschlossen. Stellen wir zwei Sätze nebeneinander: „Die Aufgabe wurde ihm gegeben“ beschreibt das beobachtbare Geschehen. „Sie halten mich für wertlos“ beschreibt deine Deutung. Diese könnte zutreffen; die Entscheidung allein beweist sie jedoch nicht.[1]

Kenne ich die Gründe der Entscheidung?

Vielleicht erforderte die Aufgabe eine bestimmte Erfahrung oder zeitliche Verfügbarkeit, von der du nichts wusstest. Vielleicht wurde deine Erwartung nie besprochen. Vielleicht gab es tatsächlich Bevorzugung oder Unrecht. Keine dieser Möglichkeiten ist in diesem Beispiel bestätigt. Nach Kriterien und Gründen zu fragen, kann ein Anfang sein, um weder dich selbst noch andere vorschnell zu verurteilen.

Dich selbst zu prüfen verlangt nicht, auf dein Recht zu verzichten. Gibt es Anzeichen für Unrecht, kannst du sie konkret benennen und um Erklärung, Korrektur oder geeignete Unterstützung bitten. „Auch ich könnte einen Anteil haben“ hebt die Verantwortung anderer nicht auf. Wenn Sicherheit oder wichtige Rechte gefährdet sind, musst du nicht erst vollkommen ruhig sein, bevor du Hilfe suchst.[2]

Was genau verletzt mich?

Ob eine Entscheidung gerecht war und was du dem erfolgreichen Menschen wünschst, sind zwei verschiedene Fragen. Du kannst sagen: „Ich möchte mich vorbereiten und diese Aufgabe ebenfalls übernehmen können.“ Oder: „Ich möchte, dass die Entscheidung fair überprüft wird.“ Richtet sich dein Wunsch dagegen nur darauf, dass der andere etwas verliert, lohnt es sich, auch diese Richtung ehrlich zu prüfen. Betrachte deine Absicht und dein Verhalten, ohne aus einer Enttäuschung ein dauerhaftes moralisches Urteil über dich oder andere zu machen.

Die Fragen dieser Seite sind eine redaktionelle Leseanregung auf Grundlage der Unterscheidungen in TERAZİ I: Geschehen und Deutung, Recht und Selbstprüfung. Sie sind weder ein Persönlichkeitstest noch ein Urteil über deinen konkreten Fall.

Quellen und Hinweise

1 · Geschehen und Deutung unterscheiden

TERAZİ I, Kapitel 1, Abschnitte 18 und 19, insbesondere Alltagsbeispiel 3. Die Aufgabenvergabe ist eine neue, erfundene redaktionelle Übertragung; kein wörtliches Buchzitat und kein Forschungsergebnis.

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2 · Recht, Verantwortung und Sicherheit

TERAZİ I, Kapitel 1, Abschnitte 18 und 21 sowie Methodenhinweis Y1. Selbstprüfung setzt weder die Hinnahme von Unrecht noch das Aufschieben notwendiger Hilfe voraus. Das Beispiel enthält keine individuelle rechtliche oder klinische Beurteilung.

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Quellen- und Textprüfung dieser Seite:

Haset, Gıpta und das Einfordern von Recht: Wo liegt die Grenze?Zurück zur Bibliothek